Familien(mahl)zeit

Gemeinsame Familienmahlzeiten sind wichtig, keine Frage. Aber warum eigentlich?

Kinder machen am Esstisch sehr vielfältige und fordernde Erfahrungen. Sie üben die Koordination von Hand und Mund, während sie sich einen Bissen in den Mund stecken. Der Schwierigkeitsgrad wird gesteigert, wenn Messer und Gabel hinzukommen. Das ist schon eine große Herausforderung, und die nächste folgt sogleich – neues Essen, fremde Lebensmittel. Da stellt sich die Frage „Was ist das?“, „Kann ich das essen?“. Natürlich wissen Kinder, dass sie etwas essen können und sie wissen auch, wie man eine Gabel oder einen Löffel gebraucht. Aber woher? Andere Familienmitglieder dienen ihnen als Vorbild. Kleinkinder lernen durch nachahmen. Und so ahmen sie nicht nur das nach, was wir uns wünschen, sondern einfach alles – auch wenn beim Gemüse mit der Nase gerümpft wird.

Kinder lernen aber noch viel mehr am Esstisch. Eine ganze Reihe sozialer Kompetenzen wird täglich geübt: Rücksicht (mit dem Essen wird begonnen, wenn alle am Tisch sitzen fragen, ob man das letzte Stück haben darf), teilen,Höflichkeit (bitte und danke sagen), Tischmanieren (sauber und ordentlich zu essen) und vieles mehr. Natürlich klappt das nicht alles von Anfang an. Es muss wie das Laufen und Sprechen geübt werden. Und das geschieht ganz unbewusst.

Wie können Eltern ihr Kind bei all diesen komplexen Erfahrungen unterstützen? Ganz einfach: Schaffen Sie am Esstisch eine angenehme Atmosphäre. Der Esstisch ist kein Ort für Auseinandersetzungen. Führen Sie Rituale ein, z.B. einen Spruch aufsagen, bevor das Essen beginnt, erst auffüllen, wenn alle am Tisch sitzen, sich beim Koch für das leckere Essen bedanken. Lassen Sie Ihr Kind möglichst frei entscheiden was es möchte und wieviel es möchte. Respektieren Sie seine Entscheidungen.

Essen mit der Familie ist Familienzeit. Eine Zeit, die Sie zusammen verbringen, sich austauschen, Geschichten erzählen, lachen … Genießen Sie es!


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